Bitcoin Steel Wallet Stresstest – was hält der Seedor Safe aus?

Bitcoin Steel Wallet Stresstest – was hält der Seedor Safe aus?

Der Seedor Safe wird aus einem nach EN ISO 9001 zertifizierten Edelstahl Typ 1.4301 (V2A Stahl) gefertigt. Laut Datenblatt ist das Material korrosions- und säurebeständig, hat einen Schmelzpunkt von etwa 1.500 °Celsius (die Einheit nicht der Sh*tcoin 😊) und eine Zugfestigkeit von 500-700 N/mm². Die im Seedor Safe gespeicherten Bitcoin bzw. Private Keys sind damit zumindest in der Theorie so ziemlich allen Widrigkeiten gewappnet. Doch wie heißt es so schön: „never trust, verify“. Deswegen waren wir kürzlich zu Gast an der Technischen Universität Kaiserslautern und haben im dortigen Materialprüflabor unseren Safe auf den Kopf gestellt und an seine Belastungsgrenzen gebracht

1. Temperatur / Feuerfestigkeit ✅

Bei einem Hausbrand steigt die Temperatur mit zunehmender Branddauer an. Nach 30 Minuten erreicht das Feuer in etwa 850 °C, nach 90 Minuten ca. 1.000 °C bevor dann nach ca. 180 Minuten eine Maximaltemperatur von 1.100 °C. Zum Simulieren der erwarteten thermischen Exposition im Falle eines Hausbrandes haben wir den Seedor Safe samt geprägtem Recovery Seed auf den Disks in einen Muffelofen gestellt. Der Ofen wurde auf knapp 1.100 °C aufgeheizt und der Safe 60 Minuten bis zur vollen Glut erhitzt.

Seedor Safe Bitcoin Wallet Fire

Nach einer Stunde bei über 1.000 °C durfte der Safe die glühende Hölle wieder verlassen. Zunächst machte sich die neue Farbgebung bemerkbar – der Safe in Schwarz sieht gar nicht so schlecht aus. Vielleicht wäre das mal was für eine limitierte Sonderedition?

Seedor Safe after fire

Nach dem Abkühlen ließ sich der Safe problemlos aufschrauben. Beide Gewinde sind voll intakt, sodass ein zerstörungsfreier Zugriff auf die Disks problemlos möglich ist. Und nun das wichtigste: die geprägten Disks haben den Brand schadlos überstanden. Die eingeprägten Seed Phrase ist in einwandfreiem Zustand und kann problemlos abgelesen werden. Test bestanden!

  

2. Druckfestigkeit / mechanische Beanspruchung ✅

Wenn man ehrlich ist, benötigt man schon ein wenig Fantasie, um sich einen realistischen Fall, bei dem der Seedor Safe im wahren Leben mechanischen Beanspruchungen standhalten muss, auszumalen. Vielleicht ein eingestürztes Haus nach einem Erdbeben?

Seedor Safe Druckversuch

Seis drum. Wir haben des Test gemacht und den Safe mit Hilfe einer hydraulischen Druckprüfmaschine belastet. Im kraftgesteuerten Versuch konnte die Last bis auf sagenhafte 94,2 kN gesteigert werden, bis der Safe versagt hat. Das entspricht einer Belastung mit einem Gewicht von 9.600 kg – aus unserer Sicht auf jeden Fall beeindruckend für solch eine kleine Kapsel. Im Zweifel könnte man also mit 7 Lamborghini Huracáns gleichzeitig über die Kapsel fahren, ohne den Safe dabei zu beschädigen, obwohl dieser Belastungsfall beim aktuellen Bitcoin Preis und aufgrund der Tatsache, dass echte Bitcoiner ja auch keine Lambos fahren eher als rein hypothetisch anzusehen ist.

Seedor Sage Stresstest

Was uns positiv überrascht hat, war die Tatsache, dass auch nach dem Versagen des Materials die Kapsel zerstörungsfrei geöffnet werden konnte und damit auch bei mechanischer Beanspruchung ein problemloser Zugriff zum Recovery Seed garantiert ist. Im Bitcoin Seed Storage Stress Test von Jameson Lopp sind einige Steel Wallets an dieser Stelle durchgefallen.

 

3. Säure- bzw. Korrosionsbeständigkeit ✅

Korrosion stellt wahrscheinlich auf lange Sicht gesehen die realistischste Gefahr für ein Bitcoin Steel Wallet dar. Werden einzelne Bauteile aus unterschiedlichen Legierungen gefertigt, kann es sein, dass sich in Abhängigkeit der Umweltparameter ein kleinflächiges Korrosionselement (Lokalelement) ausbildet, der Edelstahl über einen langen Zeitraum hinweg zerfressen wird und der gespeicherte Recovery Seed dadurch seine Lesbarkeit verliert.

Um diese Gefahr zu vermeiden, werden alle Elemente des Seedor Safes aus exakt der gleichen Edelstahllegierung gefertigt. Da Korrosion ein sehr langwieriger Prozess ist, bietet die Exposition in hochkonzentrierter Säure eine gute Möglichkeit, um auch in kurzer Zeit die Korrosionsneigung abzuschätzen. Wir haben unsere Safe hierzu in ein Bad konzentrierter Salzsäure gestellt.

Seedor Safe Korrosion Test

Falls sich jemand über die Färbung wundert – wir hatten neben dem Safe auch ein Stück Beton in die Lösung gegeben, um zu zeigen, dass es sich auch tatsächlich um Salzsäure (und nicht um Wasser) handelt. Im Rahmen des Versuchs konnte keine Reaktion des Edelstahls mit der Säure festgestellt werden, was letztendlich als Indiz für eine dauerhafte Korrosionsbeständigkeit herangezogen werden kann.

Fazit:

Aus unserer Sicht hat unser Safe die Tests tatsächlich mit Bravour bestanden. Auch wenn es in der Realität nicht sehr wahrscheinlich ist, dass die beschriebenen Lastfälle in der getesteten Ausprägung eintreten und der Safe von seinen Eigenschaften gebrauch machen muss, ist es ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass die Bitcoin ein sicheres und potentiell generationenübergreifendes Zuhause gefunden haben.